Kaya

Musik?

Musik?

Als Kaya 9 Jahre alt war, fing sie an, Klavierunterricht zu bekommen, und erst als sie 18 Jahre alt wurde und von nach Hause wegzog, hörte sie damit auf. Nebenbei sang sie auch in einem Kirchenchor und studierte Musik in der Schule. Sie überlegte sich sogar, ob sie Musikwissenschaft an einer Uni studieren oder eine Musikhochschule besuchen sollte. Musik zu machen, bereitete ihr große Freude.

Doch sie entschied sich stattdessen für Germanistik und Englisch – es war einfacher, gab ihr eine sicherere Zukunft, und die Sprachen interessierte sie. Außerdem nahm sie ihr Keyboard mit, als sie auszog und hoffte somit, dass sie immer noch fleißig spielen würde.

Zweieinhalb Jahre sind vergangen, und Kaya muss gestehen, dass das Keyboard hauptsächlich Staub sammelt. Sie würde immer noch gern öfters spielen, aber sie vergisst es ständig, und außerdem hat sie nichts, was sie spielen möchte, sondern nur alte, langweilige Notenblätter.

Aber: Kaya hofft dies bald zu ändern. In Kayas Wohnung gibt es einen Hängeboden, wo sie schläft, wo ihr Kleiderschrank steht und wo früher das Keyboard stand. Nur wenn sie sich umziehen oder ins Bett gehen wollte, ging sie da hoch – also zu keinem Zeitpunkt, wo sie Lust hatte, Klavier zu spielen. Doch am Montag halfen Kayas Eltern ihr, das Keyboard hinunterzutragen – es steht jetzt in ihrem Wohnzimmer gleich gegenüber ihrem Schreibtisch. Jetzt kann sie es unmöglich vergessen.

Kaya hofft so sehr, dass dies ihr wieder die Lust geben wird, Musik zu machen. Sie hat eine lange Pause gehabt, aber vielleicht war das notwendig, um mit frischer Freude sich auf den Klavierhocker setzen zu können. Sie hofft es. So sehr.

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Kaya

Saftig und kräftig

Stark

Allmählich ist Kaya so gut wie wieder gesund – ihr Bauch tut ihr nur noch selten weh, ihr Stuhlgang ist normaler, und sie verträgt jetzt wieder das meiste. Diese Besserung hat es ihr ermöglicht, endlich ein bisschen zuzunehmen. Man ist das schön. Kaya hat jetzt mehr Energie, fühlt sich nicht mehr so oft saft- und kraftlos, ist nicht mehr so müde. Seit sie zugenommen hat, hat sie sogar kein so großes Bedürfnis nach Kaffee mehr.

Es ist so befreiend, endlich nicht mehr befürchten zu müssen, gleich umzukippen, weil die Kräfte fehlen, oder das sie einfach das essen kann, worauf sie Lust hat. Es gibt jetzt weniger Begrenzungen und mehr Möglichkeiten. So viel, was sie jahrelang weglassen musste, kann sie vielleicht bald wieder aufnehmen: Joggen, Radeln, Kuchen- und Pizzaessen, usw., usw.

Das obige Bild ist natürlich ein bisschen übertrieben. So stark ist Kaya noch nicht, aber es ist deutlich besser geworden. Ein Hoch auf Kayas Genesung!

Kaya

Take it or leave it

Angebot

Am kommenden Donnerstag wird Kaya ihren ersten Tanzunterricht abhalten. Vor einer Woche war Kaya noch total aufgeregt und nervös, aber jetzt fühlt sie sich einfach bereit. Denn sie hat eine geile Einsicht integriert.

Vor einer Woche hatte Kaya eine totale Krise wegen ihres Unterrichts. Sie wechselte ständig zwischen Angst und Ruhe. Ihre Angst war die Angst, die Erwartungen der Teilnehmer nicht zu erfüllen. Kaya war schon immer sehr Verantwortungsbewusst und hat seit Ewigkeiten das Gefühl gehabt, die Verantwortung für das Wohlbefinden anderer zu haben. Das ist natürlich völliger Quatsch, aber Kayas Leben war schon sehr lange von dieser Idee geprägt – sie hat sich immer bemüht, keine falsche Erwartungen bei anderen zu wecken, manchmal sogar nach dem Motto: Lieber nichts sagen/tun, als jemandem zu enttäuschen.

Also, Kaya wusste nicht, wie die Teilnehmer auf ihren Unterricht reagieren würden, und versuchte deswegen die Teilnehmer einzuschätzen und ihren Unterricht nach möglichen Erwartungen anzupassen. Sie fühlte sich dadurch immer schlechter, weil sie sich von der Wahrheit ihres Herzens, auf der ihr ursprüngliches Unterrichtskonzept baute, immer weiter entfernt.

Aber dann kam die Einsicht: Kaya bietet etwas an. Ob jemand es annimmt oder nicht, liegt außerhalb ihres Einflusses. Sie kann mit ihrem Unterricht den Leuten echt helfen, aber wenn sie dafür nicht bereit sind, oder es nicht annehmen wollen, dann haben sie eben Pech gehabt. Nur wenn Kaya ihre Autorität behält – also die Glaube an ihren Unterricht ausstrahlt – kann sie auch den Leuten die Lehre ihres Unterrichts wahrhaftig vermitteln. Wenn sie sich zu sehr von möglichen Erwartungen oder alternativen Unterrichtsweisen ablenken lässt, dann wird ihr Unterricht unglaubwürdig.

Kaya kann die Wahrheit ihres Unterrichts spüren, und das gibt ihr Kraft, Autorität und Mut. Sie fühlt sich bereit, komme was wolle. Bald ist Showtime!

Kaya

Von ganzem Herzen und mit beiden Füßen

Fußherz

Die letzten zwei Jahren hatte Kaya dieses Motto: „Stelle dich deiner Angst“. Ein super geiles Motto, das sie dazu gebracht hat, die geilsten Dinge zu tun: zu Tanzkursen zu gehen, nach Spanien zu fliegen, Tutorin und Gastlehrerin zu werden, und jetzt eigene Tanzkurse zu arrangieren. Kaya hat sich im Laufe der letzten zwei Jahren so unglaublich viel entwickelt, dass sie es manchmal gar nicht fassen kann.

Dieses Motto soll sie deswegen auch weiterhin begleiten und sie weiter provozieren, aber ein neues Motto wird sich dieses Jahr zu ihm gesellen: „Von ganzem Herzen und mit beiden Füßen“ oder so ähnlich, denn eigentlich gibt es das Motto nur auf Dänisch, nämlich: „have hjertet med“ was direkt so übersetzt werden kann: „das Herz mithaben“. Die Redewendung bedeutet ungefähr, dass man nichts halbherzig macht. Die Füße hat Kaya hinzugefügt, weil man sich ohne Füße schwer bewegen kann, und sich immer weiter fortbewegen, bzw. fortentwickeln, das ist Kayas Lebensziel.

Im Gegensatz zu dem alten Motto, ist das neue Motto nicht sonderlich konkret, aber das mag Kaya besonders gern, denn so kann es überall hineininterpretiert werden. Was Kaya mit dem Motto erreichen möchte, ist Qualität zu fördern und unnütze, zeitverschwenderische und gleichgültige Bequemlichkeiten loszuwerden. Sie möchte weniger multitasken, weniger im Netz surfen und weniger Passivität und dafür mehr Kreativität, Aktivität und Wirklichkeitsnähe.

Wann hast du das letzte Mal einen Spaziergang im Wald gemacht? Wann das letzte Mal bewegende Kunst gemacht? Wann das letzte Mal etwas für das Allgemeinwohl getan? Oder für deine Gesundheit?

Wofür sind wir hier? Füreinander.

 

Kaya

Sternegucken

Sterne

Kaya würde irgendwann unglaublich gerne irgendwo hin, wo sie nachts die Sterne sehen könnte. Überall gibt es Lichtverschmutzung, weswegen Kaya noch nicht die Chance gehabt hat, aber bevor sie stirbt, möchte sie es mindestens einmal probiert haben.

Sterne sind irgendwie magisch. Kaya fühlt sich gleichzeitig so klein und so geborgen, wenn sie sie sieht, und so, so glücklich. Sie kann nicht Sterne anschauen und sich gleichzeitig einsam fühlen.

Also muss Kaya irgendwann zum Nordpol, in eine Wüste, auf eine einsame Insel oder sonst wo hinreisen, wo die Sterne noch sichtbar sind. Irgendwo im nirgendwo.