Kaya

With a little help from my friends

Sorry. Ich bin zu müde, um eine Zeichnung zu malen und was weiß ich. Heute müsst ihr ohne auskommen.

Ich war das Wochenende über in Malmö, Schweden – ja, wieder des Tanzens wegen. Ich war dort schon mal los (hier zum Nachlesen), und eigentlich war das letzte Erlebnis nur bedingt schön. Der Tanzkurs, den ich besuchte, war wundervoll, aber all das Praktische, das Reisen, das Übernachten, etc. war schrecklich. Ich übernachtete damals in einer Herberge, wo abends voll viele Männer saßen und sich betranken während sie Fußball schauten. Als junge Frau fand ich das nicht gerade sonderlich schön, und ich muss ehrlich gestehen, dass ich mich nicht sonderlich darauf freute loszufahren.

Aber ich musste und ich tat es, und es war so viel besser als das erste Mal. Warum? Weil ich dieses Mal das Glück hatte, bei Freunden zu übernachten, die mich so herzlich in Empfang nahmen, dass glaubt ihr kaum.

Es fällt mir ziemlich schwer, um Hilfe oder einen Gefallen zu bitten. Ich fühle mich dabei immer wie eine Last und ich habe so große Angst, nicht der erwarteten Dankbarkeit gerecht zu werden. Ich möchte meine Freunde nicht verletzen und bitte deswegen lieber gar nicht erst um Hilfe, damit ich sie nicht verletze.

Aber das gleiche erleben wie letztes Mal wollte ich auch nicht, also fragte ich bei einigen schwedischen Bekannten nach, ob ich vielleicht bei ihnen übernachten konnte, weil sie eben auch am Kursus teilnehmen sollten, und sie sagten ja. Ich war so erfreut und so erleichtert. Das ganze Trara um den Kurs war viel schöner und einfacher als das letzte Mal. Ich war nicht allein und wurde gefühlt von Hilfe überschüttet. Das hat mir echt Mut gemacht. Das Reisen braucht gar nicht so umständlich und schrecklich zu sein. Wer hätte das gedacht?

 

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Kaya

Schöner Durchschnitt

Schöner Durchschnitt

Die Zeichnung ist von mir, aber leider nicht von mir gezeichnet. Ironischerweise traf ich vor sieben Jahren eine junge Frau im Netz, die mich, bzw. mein Profilbild, schön fand, und mich deswegen gezeichnet und mir das Ergebnis geschickt hat. Sie war Asiatin und ich glaube, sie war eher von meinen Sommersprossen begeistert als von meiner Schönheit, aber was weiß ich.

Kaya

Damals und Heute

Hildesheim

Kaya ist ein Mischling; teils Dänisch, teils Deutsch, was sie sehr geprägt hat. Ihr ganzes Leben lang hat sie in Dänemark gelebt, aber sich nicht ganz wie eine Dänin gefühlt, weshalb sie mit der Zeit immer neugieriger auf ihren deutschen Teil geworden ist. Aus diesem Grund fing sie an, an einer dänischen Universität Deutsch zu studieren, ganz einfach um ihre Identität zu ergründen. Doch nun ist es Zeit geworden, noch tiefer hineinzutauchen, und deswegen verbringt Kaya diese Woche in Hildesheim mit ihrer Oma.

Kayas Oma ist nämlich in Hildesheim groß geworden. Irgendwann verliebte sie sich dann in einen Dänen und zog nach Dänemark, um dort eine Familie zu gründen. Seitdem lebt sie hier, aber wie es im Alter üblich ist, sehnt sie sich zurück nach Hildesheim und nach Deutschland generell, was ja bestens mit Kayas Wunsch passt, ihre deutsche Herkunft zu ergründen.

Was sie sich von ihrer Reise erhofft, weiß Kaya noch nicht so genau. Wahrscheinlich einen Einblick darin, wie ihre Großeltern früher lebten, und wie sich die Gegend generell so anfühlt. Bestimmt hat vieles sich seit damals verändert, aber ihre Oma kann bestimmt viel berichten und ihr trotzdem ein Bild machen. Eine Sache, die Kaya z.B. sehr interessant findet, ist die Tatsache, dass sie ihr ganzes Leben lang in Hafenstädten gelebt hat – was Hildesheim ja auch ist. Das scheint ein Trend in ihrer Familie zu sein, denn ein Großteil ihrer Familie lebt auch in Städten mit einem Hafen (Bremen, Flensburg, Fredericia, Vejle, Aarhus, Apenrade, etc.). Zwar sind Hafenstädten meist Großstädten, aber dass dieser Trend in ihrer Familie so ausgeprägt ist, findet sie doch etwas kurios.

Noch ist Kaya nicht so verrückt geworden, dass sie Familienforschung betreibt, aber sie ist schon irgendwie auf ihre Wurzeln neugierig. Vielleicht fühlt sie sich etwas weniger fehl am Platze, wenn sie weiß, was früher in ihrer Familie los war. Mal sehen.